Anke Molzberger – Produktionsleiterin bei „Unter uns“

Anke Molzberger steht nicht gern im Rampenlicht. „Wenn ich im Studio bin, achte ich immer darauf, dass keine Kamera auf mich gerichtet ist.“, sagt sie. Hinter den Kulissen hält Anke allerdings alle Fäden sicher in der Hand, denn sie ist Produktionsleiterin bei UFA SERIAL DRAMA.

Seit 2005 arbeitet Anke Molzberger als Produktionsleiterin für UFA SERIAL DRAMA bei der Daily Soap „Unter Uns“. Auf ihrem Schreibtisch in den Kölner MMC-Studios liegt immer ein Taschenrechner, damit sie die Zahlen der Produktion stets im Blick behalten und kontrollieren kann. Darüber hinaus sind ihre Aufgaben vielfältig. Anke spricht mit Dienstleistern, Szenenbildnern, Kameraleuten, Schauspielern und deren Agenturen sowie all jenen, die Tag für Tag am Set vor und hinter den Kulissen agieren. Es ist genau diese Vielseitigkeit, die die Kölnerin an ihrem Job liebt: „Auch nach fast zehn Jahren, in denen ich diesen Job hier mache, ist jeder Tag anders und voller Überraschungen! Da ist immer etwas anders und immer wieder neu. Einstellungs- und Vertragsgespräche sowie die Vertragserstellung für Darsteller und Team nehmen einen großen Teil meiner Arbeit ein. Natürlich lese ich auch die Drehbücher, um sie auf Kostenebene zu überprüfen. Dabei stelle ich mir Fragen, wie z.B.: Geht das alles? Kriegen wir das hin? Könnte es Probleme beim Drehen geben oder Hängzeiten entstehen? Ist das Pensum realisierbar? Dabei muss ich natürlich auch immer mit allen Abteilungen im Gespräch bleiben, ganz besonders mit der Aufnahmeleitung und der Disposition.“

Anke liebt auch die kleinen und außergewöhnlichen Dinge an ihrem Beruf: „Es gibt hier auch viele lustige Momente. Zum Beispiel hatte einmal Daisy, der Hund von Rudolf Moshammer, bei ‚Unter uns‘ einen Gastauftritt. Er kam samt Moshammer-Chauffeur, gedreht hat dann aber nur der Hund. Besonderen Spaß machen die Dreharbeiten, die uns hin und wieder an ungewöhnliche Orte bringen. Ins Elefantenhaus im Zoo, zum Beispiel. Das sind Erfahrungen, die unsere Arbeit abwechslungs- und erlebnisreich machen.“

Ihre Anfänge bei UFA SERIAL DRAMA machte Anke jedoch nicht als Produktionsleiterin. Ihre Geschichte im Unternehmen beginnt bereits 1996, damals noch bei GrundyUFA (heute UFA SERIAL DRAMA) im Produktionsbüro von „Unter Uns“. Später wechselte sie in die Disposition und koordinierte den Produktionsablauf, bevor sie schließlich sechs Jahre lang als erste Aufnahmeleiterin alle Außendrehs und das Suchen und Finden der passenden Motive verantwortete. Heute laufen bei Anke als Produktionsleiterin alle Gewerke der Produktion zusammen.

Aufgrund ihrer Erfahrung setzte man Anke in verschiedenen weiteren UFA Produktionen ein. Ihr Weg führte sie zur Nachbarproduktion „Alles was zählt“, nach Berlin zu „Wege zum Glück“ und auch zu „Verbotenen Liebe“, wo sie die Umstellung vom Daily Format in eine Weekly verantwortlich als Produktionsleiterin betreute.


Vom Krankenhaus in die Medien

Dass Anke im Medienbereich landete, war ein glücklicher Zufall. Eigentlich ist sie examinierte Kinderkrankenschwester und arbeitete vor ihrer Karriere bei UFA SERIAL DRAMA in der Uniklinik Köln auf der Kinderkrebsstation. „Ich habe das sehr gerne gemacht, das ist ein ganz toller Beruf.“, erinnert sie sich. „Zwar sehr anstrengend, aber auch sehr befriedigend, weil man von den Kindern wahnsinnig viel zurückbekommt.“ Ein großes Manko ihres Ursprungsberufes stellten allerdings die Arbeitszeiten dar. „Der Schichtdienst, die Wochenenden und die Nachtwachen haben wahnsinnig an mir gezehrt. Da fing ich an, über andere Wege in meinem Leben nachzudenken.

Damals habe ich in einer WG mit Leuten gewohnt, die beim Fernsehen gearbeitet haben und um meine schleichende Unzufriedenheit wussten. Eines Tages schlug man mir vor, mich um einen freien Praktikumsplatz bei RTL ‚Samstag Nacht‘ zu bewerben. Ich bekam den Platz und das brachte die Entscheidung! Diesem Silbertablett konnte ich natürlich nicht widerstehen, eine Entscheidung, die mein Leben in jeder Hinsicht zum Besten verändert hat!“


Eine zwischenmenschliche Bereicherung

Seither stand für Anke als Quereinsteigerin „Learning by doing“ auf dem Programm und sie sammelte so viel an Praxiserfahrung wie möglich. Angehenden Produktionsleitern oder Medieninteressierten rät sie heute aber unbedingt zu einer guten Ausbildung: „Damals gab es ja noch nicht so viele Ausbildungsberufe in den Medien. Heute ist das anders. Eine Ausbildung zum Kaufmann/-frau für audiovisuelle Medien schadet mit Sicherheit nicht, weil es eine kaufmännische Ausbildung mit medialem Hintergrund ist. Äquivalent dazu gibt es auch diverse Studiengänge, die ich empfehlen würde. Mindestens genauso wichtig ist aber auch Praxiserfahrung, die man durch Praktika sammeln sollte. Man muss einfach bei Dreharbeiten dabei gewesen sein, am Set gearbeitet und die Organisation mitgemacht haben, um alles überblicken und einschätzen zu können.“

Welche Eigenschaften und Fähigkeiten man als Produktionsleiterin mitbringen sollte, weiß Anke mittlerweile genau: „Man muss Verantwortung übernehmen wollen, denn man muss viele Dinge schnell entscheiden. Da ist oft keine Zeit, um lange nachzudenken. Außerdem sollte man stressresistent und ein Teamplayer sein. Wenn du am liebsten deine Türe zu und keine Menschen um dich herum hast, dann macht der Job keine Sinn, dann bist du falsch.“

Mit all diesen Eigenschaften im Gepäck ist Anke heute nicht nur Produktionsleiterin, sondern auch eine zwischenmenschliche Bereicherung für ihre Kollegen. „Meine Tür ist immer offen, weil ich es gerne habe, dass die Kollegen zu mir kommen und Dinge mit mir direkt absprechen. Der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern ist für mich sehr wichtig und den gilt es aufrecht zu erhalten.“

Mit ihrer Arbeit für die UFA ist Anke rundherum zufrieden.  „Selbst wenn auch heute noch mancher Tag lang ist, sagt sie: „Ich mache meinen Job wirklich von ganzem Herzen gern.“

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