Tina_Casting_UFA

…DAS CASTING?

Figuren mit Leben füllen und Schauspieler ausfindig machen, die perfekt zu den Rollen passen – dafür ist das Casting zuständig.

Seit nunmehr vierzehn Jahren arbeitet Tina Rinderspacher als Casting Director für UFA SERIA DRAMA. Dort besetzt sie die Rollen für die Serie „Unter uns“ und gemeinsam mit ihrer Babelsberger Kollegin Charlotte Siebenrock auch die Rollen von „Alles was zählt“.

Tinas Arbeitsalltag ist alles andere als langweilig: „Ich bekomme ein Rollenprofil von der jeweiligen Redaktion. Da steht drin, welche Rolle als nächstes besetzt werden soll und welche Charaktereigenschaften diese hat. Also beginne ich mit meiner Recherche und suche nach passenden Schauspielern, die ich zum Casting einladen kann.“

Um passende Schauspielerinnen und Schauspieler zu finden, durchforstet Tina die Bewerbungen und sogenannten Showreels, die täglich bei ihr eingehen. Showreels sind aufgezeichnete Arbeitsproben und unerlässlich für die Bewerbung als Schauspieler. Ob es nun Ausschnitte aus Filmen, Fernsehauftritten oder Theaterstückszenen sind – auf dem Showreel können Schauspieler ihr Können und ihre Erfahrungen unter Beweis stellen und sich von ihrer talentiertesten Seite präsentieren.

Oft greift Tina auch auf Onlinedatenbanken und die interne Schauspieldatenbank der UFA zurück. Um neue Talente ausfindig zu machen, muss Tina aber aktiv werden: „Ich besuche Absolventenvorsprechen und gehe zu Filmfesten. Außerdem finden manchmal Agenturempfänge statt. Da erhält man die Gelegenheit, Schauspieler persönlich kennenzulernen. Primär ist es aber so, dass sich die Schauspieler mit einem Showreel bewerben und ich dieses auch in der Produktion vorschlage. Manchmal passiert es jedoch, dass man jemanden auf einer Veranstaltung kennenlernt, zum Casting einlädt und sich doch was ergibt, obwohl die Person vielleicht noch kein richtiges Showreel hat.

Sind potenzielle Kandidaten gefunden, folgt das Casting: Tina lädt die Schauspieler zum persönlichen Kennenlernen ein. Vorab erhalten diese ein paar Szenen, die sie eigenständig vorbereiten und beim Castingtermin vorspielen müssen. Das sogenannte Vorsprechen oder auch Casting erfolgt alleine oder mit Spielpartnern – das können auch mal Schauspieler sein, die bereits in einer der Serien mitspielen. Die Castings zeichnet Tina mit der Kamera auf, schneidet sie zurecht und präsentiert sie dann der Producer-Abteilung und den Senderredaktionen, mit denen Tina eng zusammenarbeitet. „Manchmal arbeite ich auch mit der Produktionsleitung zusammen oder mit den Kollegen aus der Kostümabteilung, wenn zum Beispiel Kleider umgenäht oder Kostüme bereitgestellt werden müssen.“

Bevor Tina den Beruf als Casting Director antrat, war sie im Management einer Agentur für Schauspieler und Moderatoren tätig. Einen direkten Ausbildungsweg gibt es für ihren Beruf nicht. Um den Beruf des Casting Directors auszuüben, kommt es für Tina vor allem auf die Erfahrung und das Interesse für Schauspiel und Film an. „Die Casting-Kollegen, die ich kenne, haben entweder selber mal geschauspielert oder sie bringen jahrelange Berufserfahrung aus der Medienbranche mit. Es ist natürlich schwierig, wenn man sich überhaupt nicht fürs Deutsche Fernsehen interessiert. Außerdem glaube ich, dass man ein Gespür für Rollen und die entsprechenden Figuren braucht. Wenn ich ein Rollenprofil bekomme, habe ich schnell eine Idee davon, mit welchem Typ ich die Rolle besetzen will. Manchmal ändert sich diese Meinung zwar während des Castings, aber ein gewisses Gespür dafür, was passen könnte, sollte man mitbringen.“

Um immer auf dem neusten Stand zu bleiben, guckt Tina auch privat viele Filme, Serien oder Theateraufführungen. Impulse holt sie sich aber auch direkt von der Straße. „Es ist wichtig, viel unterwegs zu sein, sich mit Menschen auszutauschen und sich inspirieren zu lassen.“

Neben einem guten Gespür für Trends und Typen, muss Tina auch über eine große Portion Einfühlungsvermögen verfügen. Meist sind die Schauspieler nervös, wenn sie zum Casting eingeladen werden. Da kann es auch schon mal vorkommen, dass der vorher eingeübte Text vor lauter Aufregung nicht mehr sitzt. „Ich bin da gar nicht groß schockiert, wenn mal etwas schief geht. Erstens mache ich den Job schon lange und kenne solche Momente und außerdem habe ich Verständnis für eine solche aufregende Situation. Unser Castingraum ist eine sehr karge Umgebung und als Schauspieler hat man nur den Spielpartner, vielleicht noch einen Sessel und man weiß, dass es um unheimlich viel geht. Dann ist man natürlich nervös und es wäre kontraproduktiv, wenn ich mich dann noch aufrege. Wenn ich allerdings merke, dass sich jemand überhaupt nicht vorbereitet hat, breche ich so ein Casting auch mal ab. Dann macht es keinen Sinn.“

Zum Glück kommt so etwas nur selten vor und Tina geht voll und ganz in ihrem Beruf auf. Vor allem die Recherche und das selbstständige Arbeiten schätzt sie an ihrem Job als Casting Dircetor sehr. „Das Casting macht mir am meisten Spaß. Ich liebe es, die Leute persönlich kennenzulernen und mit ihnen zu arbeiten, um eine schöne Szenen fertig zu stellen und zu präsentieren. Am Ende jemanden zu finden, mit dem alle glücklich sind und der dann auch erfolgreich und selbst glücklich mit seiner Rolle ist, das ist jedes Mal einfach toll!“

 

Nähere Infos zum Einstieg OHNE Schauspiel-Erfahrung findest du hier.

Als ausgebildeter Schauspieler (m/w) gibt es hier Infos.

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