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Ausbildung zum/zur Mediengestalter/in Bild & Ton

Grüne Topfpflanzen auf der Fensterbank, ein halb zugezogener Molton-Vorhang lässt die Sonne rein. An einem Schreibtisch sitzt ein blonder, junger Mann vor drei großen Bildschirmen. Szenen aus der TV-Serie „Alles was zählt“ flimmern über zwei der Mattscheiben. Ben Steinkamp und Katja Bergmann führen eine hitzige Diskussion – nur ihre Lippen bewegen sich versetzt zu ihren lauten Stimmen, die durch den Raum hallen. Der junge Mann drückt gelassen ein paar Knöpfe auf der bunten Tastatur, die vor ihm auf dem Tisch liegt. Dann klickt er mit der Maus in das Videoschnittprogramm, das im dritten Bildschirm geöffnet ist. Nach ein paar Klicks ist der Fehler behoben. Ben und Katjas Münder bewegen sich punktgenau zum Gesprochenen.

„Super, alles synchronisiert!“ Der junge Mann grinst zufrieden. Er heißt Christian und ist Auszubildender zum Mediengestalter Bild & Ton bei UFA SERIAL DRAMA. Christian befindet sich im ersten Lehrjahr seiner Ausbildung und absolviert gerade die Ausbildungsstation in der Postproduktion der täglichen Serie „Alles was zählt“. „Meine Aufgabe hier besteht darin, das gedreht Material aufzubereiten,“ erklärt Christian. „Das bedeutet, dass ich die Videoclips synchronisiere und gemeinsam mit meinen Kollegen die gesamte technische Vorarbeit leiste, bevor das Material in den Schnitt gelangt.“

Christian

Christian hat bereits die Stationen in der Aufnahmeleitung und in der Requisite bei UFA SERIAL DRAMA durchlaufen und freut sich, auf alles was noch auf ihn zukommt. „Vor mir liegen noch einige Ausbildungsstationen. Da kommen zum Beispiel noch Schnitt, Tonmischung, Farbkorrektur, das Tonangeln, der Bereich Kamera und worauf ich sonst noch so Lust habe. Das Gute an dieser Ausbildung ist nämlich, dass die UFA unglaublich viele Stationen in unterschiedlichen Produktionen anbietet und ich als Azubi auch Wünsche äußern kann, wo ich gerne hinmöchte und was ich gerne sehen und lernen möchte. So habe ich die Möglichkeit innerhalb der gesamten UFA alles mitzunehmen, was ich gerne mitnehmen möchte. Wenn man sich selbst miteinbringt, dann hat man die Möglichkeit, richtig viel aus dieser Ausbildung mitzunehmen.“

Der Arbeitsalltag in der Postproduktion beginnt für Christian um neun Uhr am Morgen und endet in der Regel um 17:30 Uhr. „Als Auszubildender ist meine Arbeitszeit auf acht Stunden begrenzt,“ erklärt der Achtzehnjährige. „Morgens hole ich bei AWZ das am Vortag gedrehte Material ab. Dann beginne ich mit der Aufbereitung, wie zum Beispiel dem Einspielen und Synchronisieren. Und dann gebe ich alles an die Cutter weiter.“

Nach der Synchronisation der „Alles was zählt“-Szenen macht sich Christian mit dem aufbereiteten Material jetzt auch auf den Weg in den Schnitt. Dort wartet bereits sein Ausbildungsleiter Christoph Troost, der bei UFA SERIAL DRAMA in Köln für die Mediengestalter-Azubis der erste Ansprechpartner ist. Über den Aufbau der Ausbildung sagt Christoph Troost: „Die Ausbildung zum Mediengestalter Bild&Ton dauert bei uns drei Jahre und wird nach dem dualen System gelehrt. Das heißt, es gibt einen betrieblichen Ausbildungsteil und daneben auch einen schulischen. Bei uns im Betrieb lernen die Azubis von der Pike auf und wir vermitteln selbstverständlich auch theoretisches Wissen. Dieses wird am Georg-Simon-Ohm-Berufskolleg in Köln aber nochmal vertieft.“

Die schulischen Ausbildungsteile dauern in der Regel zwischen drei und vier Wochen und werden von den Auszubildenden blockweise absolviert. Die finalen Abschlussprüfungen legen die angehenden Mediengestalter nach drei Jahren an der IHK ab. Für die Abschlussprüfungen werden mehrere Bereiche geprüft. Christoph Troost erklärt: „Im praktischen Teil wird zum Beispiel der Bereich Kamera behandelt, in Form eines Abschlussfilms, der gedreht und vorgestellt werden soll. Man kann als Prüfungsstück aber auch ein Tondokument machen. Dann gibt es den theoretischen Teil, der schriftlich und mündlich abgehalten wird. Zum Schluss muss der Auszubildende nochmal darüber referieren, wie er sein Prüfungsstück gestaltet hat und warum er sich dazu entschieden hat, gerade diesen Bereich zu wählen.“

Wie bei der Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann für audiovisuelle Medien , besteht auch bei der Ausbildung zum Mediengestaler Bild & Ton die Möglichkeit, die Ausbildung zu verkürzen. Für den Auszubildenden Christian ist das allerdings noch Zukunftsmusik. „Ich möchte meine Ausbildung eigentlich nicht verkürzen, weil ich über jeden Tag froh bin, an dem ich noch ein bisschen mehr lernen kann.“

Beim Lernen bevorzugt Christian, der die mittlere Reife in der Tasche hat, allerdings stark den praktischen Teil im Unternehmen. „Die Schule ergänzt den praktischen Teil der Ausbildung schon sehr gut. Wir lernen Kameratechnik, Tontechnik, Gestaltung, Wirtschaftliches, Rechtliches und Organisatorisches. Mit zwei Drittel des Jahres Praxis und einem Drittel Theorie ist das schon gut gestaffelt,“ gibt der Achtzehnjährige zu. „Ich bin aber trotzdem viel lieber in der Praxis, weil man da so richtig mit anpacken kann.“

Das Anpacken ist eine wichtige Eigenschaft, die die angehenden Mediengestalter Bild & Ton mitbringen sollten. „da wir hier im Team unter ziemlichem Zeitdruck arbeiten, sollte man über eine gewisse Stressresistenz verfügen,“ weiß Christian aus eigener Erfahrung. „Wir drehen bei AWZ zum Beispiel fünf Folgen in der Woche und haben einen straffen Zeitplan. Das bedeutet es ist wenig Zeit für Fragen. Als Azubi wird man da schon ins kalte Wasser geschmissen und muss sich dadurch ziemlich schnell weiterentwickeln, um richtig mitarbeiten zu können. Aber das funktioniert für mich ziemlich gut. Das Team ist sehr offen für uns Azubis und wenn Zeit ist, kann man immer fragen und man lernt durch diese Methode unglaublich viel.“

Neben Selbstständigkeit sollten die Auszubildenden auch unbedingt Teamfähigkeit mitbringen, rät Christian, der vor seiner Ausbildung ein Jahr beim Theater gearbeitet hatte. Dort konnte er bereits in sämtliche Stationen einer Theaterproduktion hineinschnuppern und erste praktische Erfahrungen in den Bereichen Bildbearbeitung oder Regieassistenz sammeln. Zu UFA SERIAL DRAMA kam er über den normalen Bewerbungsweg. „Mir war bewusst, in welche Richtung ich gehen möchte und habe dann recherchiert, wo man diese umfangreiche Ausbildung machen kann. Dann bin ich relativ schnell auf die Webseite der UFA gelangt und das Profil der Firma hat mich gleich sehr angesprochen. Dann habe ich mich hier ganz normal beworben.“

An seinen ersten Arbeitstag als frisch gebackener Azubi erinnert Christian sich noch zu gut. „Ich muss sagen, ich war ziemlich aufgeregt. die ganzen neuen Leute kennenzulernen. Wir sind hier ja circa hundertfünfzig Leute in nur einer Produktion und ich wusste nicht, wie diese Menschen auf mich reagieren. Ich habe aber dann ganz schnell festgestellt, dass hier alle ganz herzlich sind und ich wurde schnell ins Team integriert. Nach meinem ersten Tag war ich sofort sehr froh, hier zu sein.“

In welche Richtung der Achtzehnjährige nach seiner Ausbildung gehen möchte, weiß er noch nicht. Christian sieht das allerdings gelassen und lässt alles auf sich zukommen. „Die Mediengestalter Bild & Ton Ausbildung umfasst ein so großes Spektrum. Ich bin erst im ersten Lehrjahr und habe noch so viel vor mir, was ich lernen und mitnehmen werde. Da bin ich noch gespannt, wo ich meinen Lieblingsbereich finde in dem ich mich spezialisiere.“

Unter der Rubrik „Ausbildungsplätze“ findest du aktuelle Angebote.

Einen Info-Flyer zum Downloaden findest du hier: Mediengestalter Bild und Ton

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